Kleine Chronik der Werkstattschule

In enger Zusammenarbeit mit dem Janusz Korcszak Institut Nürtingen begann im Schuljahr 1999/2000 die Werkstattschule mit drei Schülern, die ihre Schulen mehr oder weniger freiwillig verlassen hatten und nun ohne Zukunftsperspektive dastanden. Gegen Ende des ersten Halbjahres stellten sich bei zweien deutliche Ziele ein. Sie wollten einen Beruf ergreifen und fanden eine Lehrstelle nach Wunsch. Dies löste den Impuls aus, im letzten Moment den Hauptschulabschluss in Angriff zu nehmen. Der Schulgründer Thomas Kinzler bot den Jugendlichen Unterricht  gegen Arbeitseinsatz an. Die ehemaligen Schulverweigerer arbeiteten nun für ihren Unterricht! 

Die Schüler kamen aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands. Leben und Wohnen der Jugendlichen war in die Familie des Gründers integriert, das Wohnzimmer wurde zur Schulstube, Wohnwagen, Bühne und Gartenhäuschen wurden ebenfalls umfunktioniert. Ein weiterer Lehrer wurde akquiriert. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit war nun die Motivation zum  Lernen so stark, dass beide mit guten Noten bestanden.

Im Schuljahr 2000/2001 erhöhte sich die Schülerzahl in kurzer Zeit von zunächst vier auf zehn Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren.  Mit weiter zunehmender  Nachfrage galt es, eine Heimsituation mit acht Plätzen zu schaffen. Mit Hilfe der Hauptspender Aktion Mensch und die Software konnte ein großes Wohnhaus in Reutlingen aus dem Jahr 1860 mit angebautem Werkstattgebäude erworben werden. Umbau und Renovierung werden seither unter Mithilfe der Schüler  von uns selbst erledigt.

Die Zulassung als Jugendwohnheim und die Genehmigung als Grund – und Hauptschule folgten.

Zwischenzeitlich hat sich die Schülerzahl auf 17 erhöht und es sind 15 Lehrer, Betreuer und  Praktikanten in Voll- und Teilzeit beschäftigt.